Forum
» Forum registrieren  anmelden
Das Rechtschreibwerkstatt Forum minimieren
 
ForumForumUnterrichtUnterrichtGrundschuleGrundschuleBewertung von DiagnosediktatenBewertung von Diagnosediktaten
vorherige vorherige
 
Nächste Nächste
neuer Beitrag
 16.06.2008 19:59
 
Hallo, Herr Sommer - Stumpenhorst, ist es eigentlich in Ihrem Sinne, wenn die Diagnosediktate zu einem großen Prozentsatz (ca. 40%) zur Festlegung der Rechtschreibnote herangezogen werden? Ich habe damit ein großes Problem. Ich finde es in Ordnung, dass man schaut, woran die Kinder noch üben müssen.
Danke für Ihre Antwort.
Elke
neuer Beitrag
 18.06.2008 00:08
 

Liebe Elke,

Diktate sind als Methode zur Leistungsmessung weitgehend unbrauchbar. Gerade dann, wenn wir Diktate bewerten/benoten, fließen Faktoren mit ein, die bei einigen Schülerinnen und Schülern nicht ihre tatsächliche Rechtschreibkompetenz widerspiegeln (z. B. Stress, Konzentration). Das ist auch der Grund, warum in den Lehrplänen in NRW die Diktate als Instrumente zur Leistungsmessung nicht vorgesehen sind. (Siehe hierzu auch meinen Artikel „Brauchen wir Diktate“, zu finden im Downloadbereich/05-Artikel/01-Sommer-St.)

Die Diagnosediktate sind keine Diktate im herkömmlichen Sinne. Es sind Testtexte mit vergleichbarer Schwierigkeit. Sie sind ein Hilfsmittel (unter anderen), das dazu dient, der Lehrerin und dem Schüler die Lernentwicklung und den aktuellen Stand im Rechtschreiblernprozess aufzuzeigen. Sie sind eine Grundlage für die Beratung der Schülerinnen und Schüler. Und gerade deshalb ist es nicht sinnvoll, diese Diagnosediktate zu benoten.

Viel sinnvoller ist es, die von den Kindern geschriebenen Texte zu bewerten. Eine wichtige Bedingung ist es hierbei, den Kindern zuvor ausreichend Gelegenheit zu geben, ihre Texte rechtschriftlich zu überarbeiten. Siehe hierzu auch die Diskussionen im Forum, z. B. hier oder hier oder hier.

Viele Grüße

Norbert

neuer Beitrag
 27.03.2009 17:55
 
Sehr geehrter Herr Sommer-Stumpenhorst!

Mein jüngster Sohn besucht die vierte Klasse einer Montessori-Grundschule in Düsseldorf. Die Klassenlehrerin hat jeweils zu Anfang der HJ je ein Diagnose-Diktat schreiben lassen, die nach einem für uns Eltern nicht nachvollziehbaren Schlüssel bewertet wurden. Im ersten Diagnose-Diktat hat mein Sohn (vorher Note Zwei auf dem Zeugnis) mit drei Fehlern eine 4 geschrieben, was dazu geführt hat, dass er auf dem Halbjahrszeugnis eine drei erhalten hat. Vor zwei Wochen hat er mündlich mitgeteilt bekommen, dass er mit einem Fehler "gegesen" statt gegessen ein befriedigend erhalten hat. Sein bester Freund hat Vitamine mit ie geschrieben. Beides sind wie die Lehrerin uns Eltern bestätigte, so "schwerwiegende" Fehler, dass es dafür (angeblich nach Sommer-Stumpenhorst) nur ein befriedigend geben kann. Eine Mitschülerin hat mit zwei Fehlern eine 4! Ich war sehr erstaunt, als ich bei Ihnen lesen durfte, dass Sie eine Benotung nicht nur für kontraproduktiv halten, sondern diese auch vom Lehrplan nicht vorgesehen sei. Einerseits war ich sehr erleichtert, dass meine Gedankengänge hier professionell untermauert wurden. Andererseits geriet ich noch mehr in Aufregung und muss sagen, ich bin entsetzt: Nicht nur, was die Transparenz der Notengebung und die fehlende Nachvollziehbarkeit für uns Eltern angeht, sondern auch, weil die Motivation der Kinder leidet. Dadurch gerät das gesamte Konzept Sommer-Stumpenhorst, von dem ich eigentlich sehr angetan bin, fälschlicherweise fast schon in Verruf.  Eine andere Grundschule, die KGS Radevormwald, die sich auch entschlossen haben, die Diagnose-Diktate zu benoten, hat wenigstens einen verbindlichen und für alle zugänglichen und nachvollziehbaren Bewertungsschlüssel aufgestellt.  Auch wenn "unser" Diaktat mit 50 Wörtern viel kürzer ist als dort mit 90 - 120 Wörtern hätte mein Sohn danach höchstens eine 2 erhalten. Ich finde die Willkür mit denen Schulen die -wie ich finde- deutliche Aussage im Lehrplan Deutsch interpretieren höchst fragwürdig. Noch fragwürdiger finde ich es, ein so positives Konzept zu verwenden und trotz Ihrer deutlichen Absage an eine Benotung von Diktaten diese nach einem unerfindlichen Schlüssel (in Ihrem Namen) so zu bewerten, dass viele eigentlich relativ rechtschreibsichere Kinder um bis zu drei Noten abrutschen. Über ein Feedback von Ihnen würde ich mich sehr freuen!
Mit freundlichen Grüßen

Martine Richli
vorherige vorherige
 
Nächste Nächste
ForumForumUnterrichtUnterrichtGrundschuleGrundschuleBewertung von DiagnosediktatenBewertung von Diagnosediktaten

RSS nutzen     Modulinhalt drucken    
Meist gelesene Beiträge minimieren
Bislang wurden 7389 Beitäge in 2041 Diskussionen erstellt.
Die meist gelesene Diskussion war Scheinwörter - unikale Morpheme
Die lebhafteste Diskussion war I-Dötzchen bzw. I-Männchen
  Modulinhalt drucken    
aktivste Benutzer minimieren
Die aktivsten Benutzer in unserem Forum sind:

BenutzerBeiträge
Norbert 929
ANNEK 737
Gerd_Kruetzmann 365
anonymous 349
Gabi 341
Graf_Ortho 295
Tommy43 274
jenny 213
CV 161
sost 153
rs.admin 97
Wolf1964 95
Ulliw 82
Birgit 77
borkum 68
   
© 1998-2017 N. Sommer-Stumpenhorst   Nutzungsbedingungen  Datenschutzerklärung