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 01.02.2010 11:15
 

Liebe Kollegen, liebe Leser,

da wir heute einen beweglichen Ferientag haben, am Freitag gab es Zeugnisse, kann ich das erste Halbjahr auch rechtschreibwerkstatttechnisch  ein wenig Revue passieren lassen.

Was konnte ich an u. a. für Entdeckungen im ersten Halbjahr machen?

In der zweiten Deutscharbeit (Thema "Zeitung") im 8. Schuljahr, Realschule, haben die jungen Leute relativ viel geschrieben. Eine gute Voraussetzung, um sich auf die qual. Analyse und die Korrektur bei langen Texten / Arbeiten zu konzentrieren.

In den Arbeiten nehme ich jeweils die Kennzeichnung der Fehler (UW, LB, LD usw.) vor, während die Kinder die Zuordnung der Auszählung übernehmen. Diese Ergebnisse schreiben sie hinter die Ergebnisse der letzten Computerauswertung. Zu diesem Ergebnis führe ich Gespräche mit den Kindern. Das ist wirklich sehr interessant. Gleichzeitig schreiben sie sich auch die Bedingungen auf, unter denen das Schreiben bzw. die Korrektur stattfanden (lange Konzentration auf den Inhalt, Zeitdruck, konnte nicht mit dem Duden arbeiten usw.).

Da ich die Anzahl der Fehler sowieso für die Berechnung des FQ benötige, habe ich die Anzahl der Fehler von jeder Seite und von jedem Kind in den Rechner eingegeben. Bei 27 Kindern war das nur unwesentlich mehr Arbeit, da ich selbst gespannt war. Anschließend ließ ich mir die Summe der Seiten ausrechnen. In der Schule ließ ich die Schüler Säulendiagramme zur Seiten-Fehleranzahl zeichnen.

Sie entdeckten sehr schnell, dass die Fehler bis Seite 3 konsequent anstiegen, dann aber ebenso konsequent abfielen. Sie vermuteten u. a., dass wahrscheinlich nicht alle Schüler sieben Seiten geschrieben haben mussten. Also durften wir uns, um mehr über die Korrekturnotwendigkeit zu erfahren, nur die Seiten anschauen, die alle Schüler beschrieben hatten. Dies waren lediglich drei Seiten. Wir schauten uns daher nur die diese drei Seiten an. Schnell fanden die Schüler heraus, dass die Konzentration mit jeder zunehmenden Seite abnehmen muss, da die Fehleranzahl in der Summe stieg. (Beim einzelnen Schüler war es übrigens nicht immer so!).

Ich bat die Schüler zu beschreiben, wie sie bei der Korrektur vorgehen müssten, um den größten Brocken der Fehler zu "erwischen". Hier konnte ich mich schon zurücklehnen, da die Säulen ein schlagkräftiges Argument lieferten.

Da wir einmal bei den Korrekturbedingungen waren, verabredeten wir außerdem, die Korrektur mindestens auf eine andere Stunde am Tag, besser noch auf den anderen Tag zu verlegen, um eine gewissen Distanz zum eigenen Text aufzubauen. Hierzu dürfen die Schüler nur mit einem Bleistift und einem Duden sowie ihrem Text arbeiten.

Während den Schülern an dieser Stelle ein großes Licht aufgegangen war, sie erstaunt waren, was sie entdeckt hatten, war mir bereits während der Korrektur der Arbeit ein riesiges Licht aufgegangen: Auf zwei bepunktete! Fragen in der Arbeit- "Was ist dein individueller Korrekturschwerpunkt? Welche Strategien setzt du deshalb ein?" - kam sehr viel Murks heraus. Ich war wirklich entsetzt, dass die Schüler in der Mehrzahl gar nicht wussten, wo ihr individueller Schwerpunkt liegt bzw. welche Strategien sie einsetzen müssten, um gezielt in die Korrektur zu gehen.

Auch das müssen wir noch besprechen. - Ihr seht, da liegt noch sehr viel Arbeit vor mir, die ich aber wirklich sehr gerne anpacke, weil hier keine Antworten kommen, die ich schon weiß.

Es bleibt also spannend.

Was hätte ich nicht alles schon tun können, wenn ich nicht Stunden, Tage mit dem Ausrechnen der Zeugniszahlen beschäftigt gewesen wäre. Es ist ein unglaublicher Kraftakt, die Diagnose und das Rechnen parallel zu leisten.

Hier ist mir noch nichts Gutes eingefallen.

Liebe Grüße

ANNEK

 

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 09.03.2010 16:38
 
 bearbeitet durch ANNEK  am 09.03.2010 17:39:59

 Liebe Kollegen,

ich möchte meine Korrekturerfahrungen zusammenfassen:

Die Schüler haben viele Erfahrungen mit Korrekturen gemacht, die immer am Arbeitstermin (zum Schluss der Arbeit) stattfanden. Nach der letzten Einsicht (siehe oben) haben wir die abschließende rechtschriftliche Korrektur auf den nächsten Tag verlegt. 

Nach Abgabe sollten die Schüler in ihrem Logbuch, das wir nutzen, um eigene Rückmeldungen, Lernbeobachtungen usw. einzutragen, folgende Fragen beantworten:

 

 

Korrekturkompetenz im Fach Deutsch     (Realschule, Kl. 8)                                                             22.02.10

 

Stelle in deinem Logbuch folgende Überlegungen an:                                      

 

 

a)      Wie gelingt dir die Korrektur unmittelbar nach der Arbeit (am selben Tag)?

b)      Wusstest du, welchen Korrekturschwerpunkt du besonders beachten musstest?

c)      Welche Schwierigkeiten hast du bei dir mit der Korrektur beobachtet?

d)      Was fiel dir leicht?

e)      Wie gelang dir die Korrektur am anderen Tag? Was hast du an dir beobachtet?

f)         Was würdest du bei der nächsten Korrektur beibehalten bzw. verändern?

 

Die Rückmeldungen waren eindeutig. Alle Schüler erlebten die Korrektur am anderen Tag als sehr hilfreich, da sie erfolgreich waren! Der Erfolg gab ihnen Recht: Die Fehlerquotienten sanken weiter.

Daher gilt: a) Jeder Text kann zum Arbeitstermin mit einem Duden korrigiert werden.

                b) Die abschließende rechtschriftliche Korrektur erfolgt (nach Möglichkeit) erst am nächsten Tag.

 

Das sind Erfolge, die die Kinder und ich nachweisen können! 

Voller korrekturtechnischer Zufriedenheit

 

ANNEK

 

 

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