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 26.04.2015 11:36
 

Ein weiteres Problem beschäftigt mich ...

 

Momentan unterrichten wir Kinder, die in ihrem Herkunftsland nur schlecht oder gar nicht Lesen und Schreiben gelernt haben. Der AU nach der RSW führte Kind und Lehrer sehr schnell zu ersten guten Ergebnissen. 

Jedoch stocken wir jetzt bei folgendem Problem:

a) Das Kind kommt im Bereich der Leseflüssigkeit (hier Automatisierung des Dekodierens und Lesegeschwindigkeit) nicht richtig voran. 

Meine Frage: Was können wir gemeinsam tun, um einen höheren Grad der Automatisierung und damit der Lesegeschwindigkeit zu erreichen?

b) Auch dem Schreiben (im LB-Bereich) wendet sich das Kind ungern zu. 

Meine Frage: Was passiert in der Grundschule zuerst? Schreiben Kinder zuerst, bevor sie lesen? 

Mir ist nicht klar, wie wir helfen können. Gerne würde ich einen roten Faden haben, der Kind und Lehrer mit Sicherheit zum nächsten Aussichtspunkt führt, um dann das nächste Ziel anzusteuern.

Ich bin sehr gespannt.

 

Mit herzlichen Grüßen

ANNEK

 

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 26.04.2015 12:25
 

Nachtrag:

 

Katja Siekmann schreibt in "Der Zusammenhang von Lesen und (Recht-)Schreiben", dass die Anzahl von Phonem-Alternativen für ein gegebenes Graphem (Lesevorgang) beträchtlich geringer ist als die Anzahl der Graphemalternativen für bestimmte Phoneme (Schreibvorgang). Betrachtet man also Lesen und Schreiben im Anfangsunterricht, wird deutlich, das die Umsetzung von Phonem und Graphem die kognitiv anspruchsvollere Fertigkeit ist."

 

Was folgt daraus für den Unterricht?

 

Mit herzlichen Grüßen, bevor ich kochen gehe

 

ANNEK

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 28.04.2015 07:02
 
Hallo Anne,
da setzen wir mit dem Blitzlesetraining an. Kurze einfache Wörter, die immer schneller zu lesen sind. Dieses gab es auch mal in Papierform als Listen. Also hier ganz klar Übungen auf Seiten des Lesens. Zusätzlich habe ich bei ganz schwierigen Fällen Lesematerial auf der Ebene der Silben herangezogen. Sehr hilfreich finde ich da das Leseprogramm Speedy, welches auf dem Silbenkonzept von Röber fußt. Gerade die Unterscheidung zwischen den offenen und Geschlossenen Silben fällt den Nicht-Muttersprachlern schwer.
Nun muss ich los, die Schule ruft...


LG

Jörg
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 06.05.2015 09:49
 

Liebe Anne,

hier kommt eine (späte) Antwort von einem Grundschulkollegen (auch auf die Gefahr hin, dass du das alles sowieso schon weißt):

Zu deinen Anmerkungen zum Bild-Wort-Test:

Auch das alte Programm konnte nicht alle Übungsbedarfe grafisch darstellen, die neuere Version ist schon erweitert. Für die Förderung erscheint mir in erster Linie der sichtbare Übungsbedarf wichtig und da erscheinen alle fehlenden Laut-Buchstaben-Zuordnungen m.E. doch korrekt.
Und ja, ich gehe den Text auch immer „von Hand durch“. Da ich in der Grundschule den Bild-Wort-Test im ersten Schuljahr ja um die 100-mal auswerte, kommt der Lernfortschritt viel stärker in den Fokus. Manches „regelt“ sich ohne explizit geübt zu werden (sichtbar im nächsten BWT und/oder in freien Texten), bei der Beratung der Kinder kann aber auch die Wiederholung der Hörübungen zum e/E empfohlen werden (auch Onlineprogramm „Laut-Buchstaben-Sortiermaschine“ mit verschiedenen Sprachen).

Was die Steigerung der Leseflüssigkeit angeht: Es gibt ein paar Stolperstellen, die Schwierigkeiten bereiten können. Nach den Übungen zur Lautsynthese habe einige Kinder bei der Arbeit mit den Satzkarten (heute „Lesestart“) Schwierigkeiten über die Silbenfuge zu kommen (Hilfsmittel Lesepfeil) und/oder mit dem (gedanklichen) Verbinden von Vokalen und Plosivlauten. Falls deine SchülerInnen an der Stelle hängen, brauchen Sie da ein wenig Unterstützung, weil das den Lesefluss ja ungemein behindert, wenn ich einzelne Wörter nicht dekodieren kann.

Kinder, die das aber beherrschen, können ihre Lesegeschwindigkeit neben den von Jörg genannte Blitzwörtertraining (auch im Onlineprogramm  „Lesestart plus“ und im Download als einfache PPT zum Selbstbau) nach meiner Erfahrung sehr gut mit dem „Lesetexten 1“ üben. „Tempo, Tempo“, lautet hier die Devise! Die Kinder sollen den Text silbenweise schnell und wiederholt lesen, nicht möglichst viele Texte bearbeiten, sondern ihr Lesetempo erhöhen. Kinder, die sich hier besonders anstrengen, hilft es oft, wenn ein Lesetext (liegt Paket Lesetexte 1 bei) vor und nach der Übungsarbeit aufgenommen wird. Der Fortschritt tut immer gut.

Die fehlende Motivation beim Üben im LB-Bereich kommt bei mir häufig vor, wenn motorische Schwierigkeiten vorliegen oder wenn einfach alles in der Schule eine Last ist, ich empfehle dann i.d.R. die Arbeit mit dem Modellwortschatz (keine Texte), in Einzelfällen spreche ich eine leistbare Anzahl von Wörtern ab. Der Einsatz des Handys hilft auch dem ein oder anderen Kind.

Zur Frage, ob die Kinder erst schreiben, dann lesen: JEIN!
Manche können schon lesen und lauttreu schreiben, einige brauchen über ein Jahr bis sie erste Wörter lesen und sie verschriftlichen zu Beginn nur einige einfache Anfangslaute (oder gar keine). Durch die Arbeit mit der Anlauttabelle haben aber alle Kinder die Möglichkeit, sich in Texten auszudrücken, dies unterstützt den Leselernprozess.

Das war aber viel…

 

LG

Johannes

 

 

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