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 02.06.2005 18:52
 
Liebe MWS-Kenner!
MWS 2, Sortierübung LV 2 und LV 4:
"Was hört man nach dem kurzen Vokal?"
Meine Schüler sagen, sie hören bei "tz"nur einen Konsonant, nämlich den Laut "z". Ich stimme ihnen zu.
Auf der Rückseite der Karte ist links oben aber "tz" notiert, das würde bedeuten: ich höre mehrere verschiedene Konsonanten, nämlich t und z.
Ich meine also, die Kennzeichnung müsste geändert werden: ich höre "z". "tz" steht ja als deutsche Sonderregelung für "zz" (wie "ck" für "kk"). Oder?
Viele Grüße
Christhart
neuer Beitrag
 02.06.2005 21:39
 
Lieber Christhart,

ich glaube, hierüber haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Ich selbst heute noch in der Schule.

Es gibt ja Schüler, die sagen: Ich höre "z" (- dein Beispiel). Da müsste die Karte in der Tat geändert werden.
Es gibt auch einige wenige, die hören das, was tatsächlich zu hören sein sollte: "t+s". Zumindest passiert das noch im Anfangsunterricht, wenn das Wissen noch nicht das Hören überlagert hat. Da schreiben die Kinder anfangs ja auch noch *tseitung oder *tsum.
In dem Fall müsste auf der Karte als Kontrolle "ts" stehen.
Und dann gibt es Schüler, die sagen: Ich höre "tz". Da weiß man dann nicht genau, ob sie bereits teilweise das Rechtschreibgespür mit ihrem Rechtschreibwissen ('nach dem kurzen Vokal folgt "tz" ') verbunden haben.
Ich kenne viele Schüler, die sagen: Ich höre 'tz'. Aber das behaupten sie auch für das /z/ nach langem Vokal.
Entscheidend ist also das Erkennen der Vokallänge: Nach langem Vokal oder nach einem Konsonanten schreibt man nur "z" ('duzen', 'kurz'...).
Ich glaube, dass tatsächlich viele Schüler "tz" hören und entsprechend schreiben. Nach dem kurzen Vokal haben sie dann auch immer einen Treffer erzielt. Das ist so ähnlich wie bei der Schreibweise *aein, *Aeimer,... Da wird von manchen auch ein a 'und' ein ei gehört. Nur dass das orthographisch leider kein Treffer ist.

Viele Grüße
Thomas
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 02.06.2005 22:22
 
Lieber Thomas,
das stellt mich noch nicht ganz zufrieden.
Erstens ist es doch ein ziemlicher Unterschied, ob ich zwei verschiedene Laute höre wie beispielsweise bei Hund (n-t) oder Spalt (l-t), Wurst (rst), Felsen (ls) usw., die sich beim langsamen Lautieren deutlich voneinander abheben - und eben "tz", wo der Laut doch stark verschmilzt.
Zweitens gibt es dann ein Problem mit den Sortiertafeln. Legt man die "tz"-Karten nämlich bei LV 4 auf das rechte Feld ("ich höre verschiedene Konsonanten"), dann landen sie nicht auf LV 5, wo aber im rechten Feld eine Wörterliste mit [z] als Folgekonsonant geschrieben werden soll. Da kann doch nur das "tz" gemeint sein!
Herzliche Grüße
Christhart
neuer Beitrag
 02.06.2005 22:38
 
Original Christhart: "Zweitens gibt es dann ein Problem mit den Sortiertafeln. Legt man die "tz"-Karten nämlich bei LV 4 auf das rechte Feld ("ich höre verschiedene Konsonanten"), dann landen sie nicht auf LV 5, wo aber im rechten Feld eine Wörterliste mit [z] als Folgekonsonant geschrieben werden soll. Da kann doch nur das "tz" gemeint sein!"

... genau das ist der Punkt, Christhart, den meine Schüler auch gerade entdeckt haben. In der Tat: Die Großen (Klasse 6, C-Kurs) hören (wissen um?) das tz, hören aber auch verschiedene Konsonanten, legen also die tz-Wörter auf die Seite der verschiedenen Konsonanten.

Interessant ist, dass sie bei -ck- auch gestoppt haben, diese Buchstabenverbindung aber dann doch nicht auf das Feld "Ich höre verschiedenen Konsonanten. " legten.
Das -ck- lässt sich also einfacher als das tz aussortieren.

Ich habe leider mein Aussprachewörterbuch verschenkt. Wie sieht die Aussprache bei Katze bzw. Heizung aus? Ist der Unterschied laut Aussprachewörterbuch hörbar?

ANNEK

neuer Beitrag
 04.06.2005 11:22
 
Liebe Anne,
das finde ich interessant, was du schreibst.
Nein, ich besitze leider kein Aussprache-Wörterbuch.
Meine Frage bleibt also bestehen und richtet sich auch an den Autor des MWS und der Sortiervorlagen LV:
Lieber Norbert, wenn die Wörter mit Folgekonsonant [z] auf Sortiertafel LV 5 ankommen sollen, müssen sie auf LV 4 ins linke Feld gelegt werden ("Ich höre einen Konsonanten"). Das widerspricht aber der Kennzeichnung auf der Rückseite der Karte links oben: tz weist auf "ich höre verschiedene Konsonanten" hin.
???
Viele Grüße
Christhart
neuer Beitrag
 05.06.2005 14:19
 
Lieber Christhart,

Einerseits:

Die Rechtschreibung orientiert sich an der deutschen Hochsprache. Aussprachehinweise hierzu findest du im Aussprachewörterbuch, z. B. vom Dudenverlag. Dort werden Wörter, die mit z geschrieben werden, in der Aussprache als gekennzeichnet (z. B. , , ). Ebenso werden Wörter, die mit tz geschrieben werden gesprochen (z. B. , , .

Du siehst also, es gibt keinen Unterschied in der Aussprache, ganz gleich, ob wir z oder tz schreiben.

Wir haben es also bei der Schreibung z wie auch tz mit einer Lautfolge zu tun, für die wir (ähnlich dem x) in manchen Fällen nur einen Buchstaben schreiben.

Ich habe mich auf den Karteikarten für die Schreibung tz an Stelle der korrekteren Schreibung ts entschieden, weil nach meiner Erfahrung hierdurch Kinder erst recht verunsichert waren.

Andererseits:

Welche Konsequenzen hat es, wenn die Kinder Wörter mit z oder tz bei den Sortieraufgaben dem Feld „Ich höre einen Konsonanten“ oder dem Feld „ich höre mehrere Konsonanten“ zuordnen. Ich finde, dass gerade die Störung (einige Kinder sortieren auf das eine, andere auf das andere Feld) interessant ist und die Kinder weiterführt. Wir können nun diese Diskussion der Kinder aufgreifen und sie z. B. Wörter mit z und tz sammeln lassen. Die Kinder können dann der Frage nachgehen: Wann schreiben wir z und wann schreiben wir tz?

Diese Diskussion kann die Kinder zu der Erkenntnis führen, dass wir zwar immer hören, aber nur nach einem kurz gesprochenen Vokal tz schreiben. Insofern gilt für die Schreibung des tz die gleiche Bedingung wie für die Doppelkonsonantenschreibung, wenngleich dies auch keine Konsonantenverdopplung ist.

Herzliche Grüße
Norbert
neuer Beitrag
 05.06.2005 20:01
 
Lieber Norbert,

es ist eben immer wieder die gleiche Denke: Eine Störung dieser Art ist eben keine Störung, weil Kinder und Lehrer gedacht haben und nun nach Erklärungen suchen. Warum ist dies so und nicht anders? Manchmal glaube ich, wir haben das schon verlernt und sind auf dem besten Wege, das Denken unseren Schülern auch (wieder) abzugewöhnen (siehe Kapitänsaufgaben).

Du hast Recht: Lassen wir die Kinder formulieren, wie sie gearbeitet haben und graben dann (gemeinsam) mit ihnen das Sprachfeld um. Wir haben diese Lösung nämlich auch nicht parat.
Viel zu schnell gebe ich immer noch eine Lösung vor, wenn ich sie dann weiß, anstatt mit den Kindern zu überlegen:
Was haben wir jetzt gefunden? Was könnte der nächste Schritt sein...

Eine Schülerin aus dem C-Kurs wollte an genau so einer Stelle ihre Überlegungen aufschreiben. Sie kam auf mich zu: "Frau K., darf ich den Satz mit: "I c h glaube, dass..." beginnen?!

Herzliche Grüße

ANNEK






neuer Beitrag
 05.06.2005 21:10
 
Lieber Norbert,
danke für deine Erklärungen.
Liebe ANNEK,
danke für deinen Beitrag.
Das Erforschen, Ausprobieren, Stutzen, Hin- und Herüberlegen und Diskutieren ist wirklich höher zu bewerten als die eindeutige Lösung. Ich habe wieder viel gelernt.
Christhart
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