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neuer Beitrag
 03.09.2009 18:37
 
Hallo!
Ich habe mit meinen Schülern bisher beim MWS 1 und 2 hauptächlich die Grundübungen gemacht. Jetzt habe ich eine Frage: Zum Beispiel LD1: "Besonderheiten beim H/h". Sollen die Kinder hier wirklich 400 Karten durchhören um dann 40  H-Wörter zu haben? Das kommt mir ein bisschen sehr aufwändig und langwierig vor, da bräuchten sie schon vielleicht so 8 Stunden... (Sie sind nicht so schnell, da es Kinder mit Sprachauffälligkeiten sind). Ich hatte schon versucht, einfach nur einen Stapel herauszugreifen und sie diesen durchhören zu lassen, aber wenn sie Pech hatten, waren da kaum Wörter mit dem gesuchten Laut drin. Dann hatte ich auch noch überlegt, die Stapel vorher zu "präparieren" d.h. die zu suchenden Wörter selber auszusortieren und dann noch einige andere wieder dazu zu mischen, nur eben nicht 360. Das allerdings kann ich nicht leisten, es sind zwar im Moment nur 9 Kinder, trotzdem bräuchte ich dafür sehr lang, wenn ich für jedes Kind einen passenden Stapel vorbereiten würde.
Gibt es da einen Tipp, wie ich die Sortieraufgaben ökonomischer gestalten könnte? Vielleicht habe ich sie auch nur noch nicht richtig verstanden?
Viele Grüße
neuer Beitrag
 03.09.2009 23:18
 

Liebe(r) semo!

Einerseits:

Jedes Mal, wenn Kinder ein Wort sprechen und ihre Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Laut ausrichten, trainieren sie die auditive Diskrimination. Gleichzeitig – das ist der Sinn der Partnerarbeit – trainieren sie auch das deutliche Sprechen. Ohne diese „deutliche“ Vorgabe kann der Partner das Wort nicht erkennen, nachsprechen und analysieren.

Diese beiden Kompetenzen (Lautanalyse, deutliches Sprechen) werden für die Entwicklung eines sicheren Rechtschreibgespürs zwingend benötigt. Es macht daher durchaus Sinn, die Kinder immer wieder viele Wörter sprechen und analysieren zu lassen. Dabei ist es zunächst zweitrangig, welche Wörter sie sprechen und welche Laute sie heraushören. Wichtig ist lediglich, dass die Wörter den Kindern in ihrer Bedeutung bekannt sind.

Wenn Kinder auf der Lautebene (Lernbereich LB) sicher sind, dann werden sie die 400 Wörter in recht kurzer Zeit sprechen und die Wörter mit „h“ heraus sortieren.

Andererseits:

Es gibt Kinder, die Sprach- oder Sprechstörungen bzw. –schwierigkeiten haben und für den Lese- und Sprechakt deutlich mehr Zeit benötigen als andere Kinder.

In einem solchen Fall werden Sie als Lehrerin oder Lehrer entscheiden müssen:

Soll mit der Sortieraufgabe primär ein Rechtschreib- oder ein Sprachförderziel verfolgt werden.

Bei letzterem Ziel ist es geradezu erwünscht, dass die Kinder möglichst viel das deutliche Sprechen und die Lautanalyse trainieren. Wird das Förderziel zuvor mit dem Kind besprochen, wird es sich auch darauf einlassen, 400 Karten zu sortieren um die 40 Lösungswörter zu finden. Wichtig hierbei ist, dass der Prozess und der Erfolg für das Kind nachvollziehbar protokolliert wird. Das Kind muss einen Zusammenhang zwischen seiner Arbeit (viele Wörter sprechen) und dem Erfolg (ich kann jetzt die Wörter schneller und besser sprechen) erfahren. Hilfreich sind hier regelmäßige Tonbandaufnahmen, die später im Vergleich mit dem Kind zusammen abgehört werden können.

Verfolgen Sie jedoch primär ein Rechtschreibförderziel, so gilt es, die Aufgabe zu erleichtern und auf dieses Ziel auszurichten. Eine Differenzierung der Sortieraufgabe kann z. B. darin bestehen, dass die Kinder zunächst „visuell“ alle Wörter mit h oder H aussortieren. Nun können die Kinder zwanzig oder vierzig beliebige andere Wortkarten hinzunehmen und mit den „h-Wörtern“ mischen.

Als Lehrerin kennen Sie ihre Schülerinnen und Schüler und wissen, welche Lernwege für ein Kind passen. Fragen Sie auch das Kind, welchen Lernweg es gehen will. Wenn Sie hier vorausschauend mit dem Kind planen (und das ist ja der Sinn eines Förderplans oder Lernentwicklungsberichts), dann können Sie die oben vorgeschlagene Differenzierung schon frühzeitig berücksichtigen und die Karteikarten des Lernbereichs LD gar nicht erst zu den Wörterkarten des MWS 1 hinzu mischen.

Viele Grüße

Norbert

neuer Beitrag
 04.09.2009 17:11
 
Lieber Herr Sommer-Stumpenhorst,

vielen Dank für die rasche Antwort und dafür, dass Sie überhaupt für solche Rückfragen zur Verfügung stehen. Ich werde die verschiedenen Vorschläge ausprobieren.
Viele Grüße
semo
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