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neuer Beitrag
 13.03.2012 18:28
 
Hallo ihr lieben Helfer,
mal wieder sitze ich über einem Diagnosediktat und komme nicht weiter.

Warum wird Kunst mit s geschrieben? Einige haben Kunzt geschrieben - was ist das für ein Fehler? Ich habe leider keine Idee, denn ich höre auch eher ein z als ein s und eine Ableitung fällt mir auch nicht ein.. ;-/

Etliche haben auch "kanzt" (kannst) geschrieben, das habe ich als WU für das fehlende n und nochmals WU für das z gewertet, denn wenn man erkannt hätte, dass es ein Verb ist, ist klar, dass die Verbendung mit st geschrieben wird. Oder?

Liebe Grüße und vielen Dank für die Hilfe
Judith
neuer Beitrag
 14.03.2012 00:42
 
 bearbeitet durch Norbert  am 14.03.2012 00:45:58

Liebe Judith,

Ich würde diese Verschreibung dem Lernbereich LB zuordnen. Für die Förderung müssen ohnehin alle Verschreibungen im LB-Bereich gewürdigt werden. Wenn dies die einzige Verschreibung ist, dann kann diese vernachlässigt werden. Es reicht vielleicht auch eine nst-Wörter-Liste. Macht der Schüler noch mehrere Verschreibung im LB-Bereich, dann sind ohnehin Lautübungen angesagt.

Dass wir bei dem Wort Kunst [tst] zu hören glauben liegt daran, dass unsere Zunge bei der Produktion des Lautes [n] an gleicher Stelle liegt wie beim Laut [t]. Der folgende Laut [s] führt dann zu dem Zischlaut. Der Buchstabe z steeht ja für die Lautfolge [ts]. Daher finden wir am Anfang des Schreiblernprozesses Schreibungen wie *fenzter oder *monzter. Das sind übrigens die beiden einzigen Grundwörter mit der Buchstabenfolge nst im Wortinneren. Am Wortende gibt es:

Brunst; Dunst; einst; ernst; Gespenst; Gunst; Inbrunst; Kunst; sonst; Wanst

Grundwörter mit der Buchstabenfolge nzt kommen demgegenüber nicht vor. Das st am Wortende ist vor allem in Ableitungswörtern recht häufig. Daher ist es schon sinnvoll , wenn von den Schüler(innen) das „t-Signal“ genutzt wird, um nach einem Kontrollwort zu suchen (weinst – weinen, Dienst – dienen). sd und demzufolge auch nsd gibt es in Grundwörter nicht.

Die hier beschriebenen Häufigkeiten bestimmter Buchstabenfolgen wissen wir als Erwachsene nicht. Und dennoch haben wir im Laufe unserer Schreiberfahrung ein sicheres Gespür für solche Verteilungen entwickelt, auf zwei Arten:

Lautebene: Wir hören [nst] und schreiben nst

Schreibebene: Wir erkennen , dass die Buchstabenfolge nzt „ungewöhnlich aussieht.

Aufgrund dieser Erfahrung schreiben wir Kunst und Gespenst und nicht *fenzter.

Deine Markierungen zum Wort *kanzt kann ich voll teilen.

Viele Grüße

Norbert 

neuer Beitrag
 14.03.2012 20:41
 
Lieber Norbert,
vielen Dank für die Ausführungen und die schnelle Hilfe.

Überhaupt muss ich mal sagen, dass ich die Materialien der Rechtschreibwerkstatt super finde und sehr gern damit arbeite und das Forum mir schon oft eine Hilfe war. Vielen Dank dafür.

Liebe Grüße
Judith
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