Forum
» Forum registrieren  anmelden
Das Rechtschreibwerkstatt Forum minimieren
 
ForumForumUnterrichtUnterrichtDies und dasDies und dasSpiegel Nr. 25Spiegel Nr. 25
vorherige vorherige
 
Nächste Nächste
neuer Beitrag
 17.06.2013 18:30
 

Liebe Kollegen und Leser,

Rafaelea von Bredow und Veronika Hackenbroch haben einen sehr ausführlichen Artikel im Spiegel Nr. 25 (17.06.2013) veröffentlicht: "Die neue Schlechtschreibung". 

Lest doch bitte selbst.

Mit herzlichen Grüßen

ANNEK

neuer Beitrag
 20.06.2013 11:40
 
 bearbeitet durch leuph  am 20.06.2013 10:41:39

Mein Betrag(#43) zum SPON-Interview mit dem "Grundschulexperten Günter Jansen" vom 19.06.2013:

Ärgerlich!
Das ist schon sehr ärgerlich, wie unreflektiert hier und in seiner Titelstory der SPIEGEL über die Probleme mit der Rechtschreibung räsoniert! Nach wie vor werden in den allermeisten deutschen Grundschulklassen die Kinder eben nicht nach Reichen oder seinen Nachahmern unterrichtet, sondern mit herkömmlichen Fibeln. Alle Untersuchungen sowie meine Erfahrungen aus 40-jähriger Lehrer- und Schulleiterzeit zeigen, dass sich die Rechtschreibleistungen der Kinder (und Erwachsenen!) ständig verschlechtern, und das unabhängig von der Schreibmethode. Die Gründe hierfür sind viel komplexer als Interview und Titelgeschichte nahelegen. Kann wirklich jemand erwarten, dass Kinder in einer medial überfluteten Welt, in der schon Grundschulkinder täglich mehrere Stunden vor Computer, Playstation und Fernseher verbringen, bessere Rechtschreibleistungen hervorbringen?
Schade um die vielen engagierten Grundschullehrkräfte, die mit Hilfe von modernen Lese- und Schreibmethoden dem Fibelgleichschritt adé gesagt haben und damit auf die heutige Verschiedenartigkeit der Kinder angemessen reagieren, und denen jetzt ehrgeizige Eltern den aktuellen SPIEGEL um die Ohren hauen. In einem durchschnittlichen ersten Schuljahr sitzt heute das kaum deutsch sprechende Migrantenkind neben einem, der schon bei der Einschulung fließend lesen kann. Da ist mit Fibel und Gleichschritt kein Staat mehr zu machen! Reichen in Reinform macht heute in den Schulen kein Mensch mehr, das Konzept von Sommer-Stumpenhorst ist eine hervorragende Synthese aus kindlichem Entdeckergeist und dem notwendigen konsequenten Rechtschreibtraining, bei dem jedes Kind seinen individuellen Möglichkeiten gemäß gefördert wird.
--
 Klaus Schröder, aufdemmeere@gmx.de

neuer Beitrag
 20.06.2013 15:28
 

 


Moin aus Borkum, auch ich habe mich über den Artikel sehr geärgert und habe dem Spiegel einen Leserbrief gesendet, da ich der Meinung bin, dass man bei der Wahrheit bleiben sollte und keine falschen Informationen verbreiten sollte:

 

 

Lieber Spiegel,
es ist sehr unseriös ein Video mit dem Titel "Besuch in der Rechtschreibwerkstatt" zu veröffentlichen, der mit dem Konzept der Rechtschreibwerkstatt überhaupt nichts zu tun hat. Das, was dort zu sehen ist, sind ausschließlich Produkte des Heinvetterverlags aus Hamburg und fußen auf das Konzept "Lesen durch Schreiben". 
Ich frage mich, auch auf Blick des Artikels und dessen Inhalt, ob die entsprechenden Autoren sich überhaupt kritisch mit den verschiedenen Konzepten auseinandergesetzt haben.
Besonders hervorzuheben ist die Aussage, dass Renate Valentin gefordert hätte, "Lesen durch Schreiben" verbieten zu wollen.
Ich zitiere hier einen Leserbrief, abgedruckt im Spiegel in der Ausgabe vom 10 April 2006:
"Mit großer Verwunderung habe ich gelesen, dass ich den Berliner Bildungssenator aufgefordert hätte, das freie Schreiben zu unterbinden. Das ist eine Zeitungsente. Auch habe ich mich nicht gegen das freie Schreiben ausgesprochen, das ich für einen wichtigen Bestandteil des Erstunterrichts im Schriftspracherwerb halte, und zwar kombiniert mit einem systematischen Vorgehen beim Lesenlernen anhand von Schlüsselwörtern, so wie es der vielfach überarbeitete halboffene Leselehrgang “Fara und Fu” realisiert. Ausgesprochen habe ich mich allerdings gegen den Ansatz “Lesen durch Schreiben”, der in der Tat viele Nachteile in sich birgt, vor allem für die Kinder, die kein lautreines Hochdeutsch beherrschen.
 
Berlin Prof. Dr. Renate Valtin
Abteilung Grundschulpädagogok
Humboldt Universität"
 
 
 
Mit kritischen Grüßen
 
Jörg Deisinger
neuer Beitrag
 20.06.2013 15:48
 

Offener Brief

 Hallo Frau Dr. Hackenbroch,

 Ihren gemeinsam mit Ihrer Kollegin Rafaela von Bredow verfassten Beitrag im aktuellen SPIEGEL (Nr. 25/17.6.13) möchte ich nicht unkommentiert lassen. Vor allem auch deshalb nicht, weil wir beide während Ihrer „Recherche“ bezüglich der Rechtschreibwerkstatt ja mehrfach per Mail und Telefon in persönlichem Kontakt miteinander gestanden haben.

 Eines vorweg: Es geht mir nicht darum, dass Sie den Ansatz der Rechtschreibwerkstatt kritisch sehen. Das kann man selbstverständlich tun. Es geht vielmehr darum, wie Sie zu diesem Ergebnis kommen, und vor allem um die Art und Weise, wie Sie es im aktuellen SPIEGEL darstellen.

 Sie versuchen in Ihrem – pseudowissenschaftlichen – Beitrag nahezulegen, dass es in ganz Deutschland eine „Rechtschreibkatastrophe“ gebe und die Schuld daran Reformern wie Reichen, Brügelmann und Sommer-Stumpenhorst anzulasten sei. Aber weder die eine noch die andere Behauptung versuchen Sie wirklich redlich, sprich wissenschaftlich, nachzuweisen. Im Gegenteil: Sie bewegen sich in Ihren Aneinanderreihungen von Behauptungen, Zitaten und Schlaglichtern leider durchgängig auf publikumswirksamem Stammtischniveau. Wobei hier noch nicht einmal klar wird, was Ihr Ziel ist, wohin Sie eigentlich wollen. „Zurück zu früher?“, so fragen Sie sich ja anscheinend selbst. Allein schon die Auswahl der Bilder, die Kinder von heute als offenbar nur noch liegend am Unterricht teilnehmend zeigen, lässt erkennen, dass es hier nur um Stimmungsmache geht. Dabei unterschlagen Sie obendrein völlig, dass die Mehrheit der Grundschulkinder in Deutschland eben nicht (!) nach den Ansätzen der „Reformer“, sondern mit herkömmlichen Fibeln unterrichtet wird.

 Diese Stimmungsmache findet ihre Fortsetzung in der Diffamierung der von Ihnen ausgemachten Schuldigen, von Personen wie Brügelmann und Sommer-Stumpenhorst. Wie gesagt: Man kann zu deren Ansätzen und Konzepten (auch der von Ihnen verwendete Ausdruck „Heilslehren“ in diesem Zusammenhang verbietet sich) stehen, wie man will – persönlich verunglimpfen darf man aber nicht!

 Brügelmann („bärtiger Oberpädagoge“ und „gelernter Jurist“) so darzustellen, als habe er sich frustriert zurückgezogen, „verbarrikadiert“ und fröne dem Rotwein, ist eine Verunglimpfung der Person. Sommer-Stumpenhorst so darzustellen, als habe er sein Diplom als Schulpsychologe bei einer Tombola der Bank, bei der er eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht hat, als ersten Preis gewonnen, noch dazu, als sei das alles erst gestern gewesen, ist despektierlich! Kein Wort vom Studium, kein Wort von jahrzehntelanger Berufserfahrung als Schulpsychologe und in der Arbeit mit Schulkindern. Ihn so darzustellen, als hätten seine Vorträge und Workshops an den Universitäten nur deshalb so guten Zulauf, weil „Er überfordert niemanden.“, ist nicht nur unredlich seiner Person gegenüber, sondern damit soll auch offensichtlich noch der heutigen Lehramtsstudentengeneration eins ausgewischt werden. Wie ärmlich ist das eigentlich? Die Ausdrucksweise, die Wort- und Satzstellung lässt den Leser assoziieren: Im Hauptberuf Bankkaufmann, im Nebenjob Schulpsychologe ... und so jemand will unseren Kindern Rechtschreibung beibringen, doziert an Universitäten und bildet Lehrer aus ...

 Diese Art von „Schreibe“ ist Meinungs- und Stimmungsmache der übelsten Art. Mit seriösem Journalismus hat das nichts zu tun. Wenn überhaupt, dann kann so etwas nur in einer Kolumne Platz finden, wo der Autor seine ganz persönliche Meinung zum Besten gibt.

 Seriöser Journalismus wäre es meiner Ansicht nach gewesen, wenn Sie die beiden, Brügelmann und Sommer-Stumpenhorst, direkt mit Ihrer vorgefassten Meinung, sie seien Ursache für eine Rechtschreibkatastrophe in Deutschland, konfrontiert und ihnen Gelegenheit gegeben hätten, auf die Kritik zu erwidern. Seriös wäre es gewesen, Lehrerinnen und Lehrer zu Wort kommen zu lassen, die höchst erfolgreich seit vielen Jahren mit diesen Konzepten unterrichten. Seriös wäre es gewesen, Eltern zu Wort kommen zu lassen, deren Kinder mit diesen Ansätzen erfolgreiche Rechtschreiber geworden sind. Seriös wäre es gewesen, wenn Sie sich die Ansätze überhaupt einmal genau angeschaut hätten, denn dann wäre Ihnen aufgefallen, dass Übung und Training z. B. im Konzept der Rechtschreibwerkstatt nach Sommer-Stumpenhorst eine zentrale Rolle spielen. Seriös wäre es gewesen, wenn Sie Soziologen, Politologen und Gesellschaftsforscher hätten zu Wort kommen lassen usw. usw.

 Dies vor allem auch unter dem Aspekt, dass wir beide, Frau Dr. Hackenbroch, etliche Male miteinander gemailt und telefoniert haben und es in diesem Zusammenhang durchaus nahegelegen hätte, mich anzusprechen und mit Ihrer kritischen Haltung zu konfrontieren. Gerne hätten wir Stellung bezogen! Dann wäre es auch für die Leser des SPIEGEL-Beitrages interessant geworden. So, durch Ihr Verhalten, fühle ich mich von Ihnen hinters Licht geführt!

 Es bleibt einfach nur ein schlampig gearbeiteter und liederlich recherchierter Beitrag als Stimmungsmache auf Stammtischniveau stehen. Der „Wahrheitsfindung“ dient er kein Stück!

 Abgerundet (auch bildhaft) wird die Unprofessionalität des gesamten Beitrages durch den falschen Link bzw. die falsche Bezeichnung des Links am Ende, denn das Video zeigt ja nicht einen Besuch in der Rechtschreibwerkstatt!

 Statt eines solchen Beitrages mit einem derart nach hinten gerichteten, verstellten und streitsüchtigen Blick wäre es viel sinnvoller und für den Leser viel interessanter gewesen, wenn es in Ihrem Beitrag darum gegangen wäre, wie die Gesellschaft sich in den letzten Jahren verändert hat, welchen Einfluss die Medienflut hat mit TV, Smartphone, SMS, Twitter und Facebook, welche verschiedenartigen Kinder aus den unterschiedlichsten Elternhäusern und Kulturkreisen heute in der Klasse nebeneinander sitzen, welche wirklich aktuellen Anforderungen die Gesellschaft an die Bildung unserer Kinder stellt.

 Die zentrale Frage lautet doch: Wie können Lehrer, wie kann Schule – und in diesem Fall „Rechtschreibunterricht“ – auf diese sich ständig in einem Veränderungsprozess befindliche gesellschaftliche Wirklichkeit, auf diese Gegebenheiten des Jahres 2013 angemessen, d. h. dynamisch reagieren? Und ausschließlich vor diesem Hintergrund kann man über Methoden und Ansätze, die für unsere Kinder jetzt und in der Zukunft gewinnbringend sind, konstruktiv diskutieren.

Also: Ein journalistischer Blick zurück, wie Sie ihn hier tun, wer wann einmal zu wem was gesagt hat, ist völlig überflüssig, interessiert niemanden und langweilt den Leser.

 Bis vor einigen Jahren galt der SPIEGEL in allen Kreisen als zitierfähig. Ihr Beitrag in der aktuellen Ausgabe beweist nun leider einmal mehr, warum dieses Prädikat heute nicht mehr zutrifft.

 Ich finde, so wie Sie es hier getan haben, darf man Journalismus nicht betreiben! Das ist Täuschung und Verdummung der Leser, wenn nicht gar Schlimmeres. Ich stelle mir gerade vor, dass ich im SPIEGEL Beiträge über medizinische Themen wie Krebs, Diabetes oder Laktoseintoleranz lese, die ähnlich „seriös“ recherchiert sind wie Ihr Rechtschreibthema – bei dem Gedanken wird mir ganz schlecht!

Und dies sagt Ihnen ein gelernter Journalist!

 

Viele Grüße

Wolfgang Tofing

(Geschäftsführer Graf Orthos Rechtschreibwerkstatt GmbH & Co.KG), Tel. 02521 8278654 

neuer Beitrag
 20.06.2013 16:34
 
 bearbeitet durch sost  am 20.06.2013 16:24:31

Hallo Frau von Bredow, hallo Frau Hackenbroch, 

nach 43jähriger Diensterfahrung als engagierte Grundschullehrerin im Saarland  ist es mir ein Anliegen, Ihren Bericht nicht kommentarlos zu lassen, der Konzepte kritisiert, Schülerleistungen von vor 33 Jahren zitiert aber den Gesellschaftswandel,  die veränderten Bedingungen in der Schullandschaft  und das Schülerverhalten  ignoriert. Im Laufe meiner langen Dienstzeit  befasste ich mich mit vielen  Unterrichtskonzepten,  probierte sie aus und verwarf sie auch wieder. Gerade in Rechtschreibung stellte ich schon nach einigen Dienstjahren einen auffallenden  Leistungsrückgang fest und kämpfte mit viel Engagement und unterschiedlichen Strategien dagegen, aber meist mit wenig Erfolg.  1994/95 besuchte ich mehrere Fortbildungsveranstaltungen zum Thema  „Lese-Rechtschreibschwäche verhindern“  und lernte dabei verschiedene Konzepte kennen. So auch  das von Norbert Sommer-Stumpenhorst (Rechtschreibwerkstatt), der die „Ordnung der Rechtschreibung“ vorstellte und dabei nicht nur ein schlüssiges Konzept  hatte,  sondern auch die passenden Materialien für das individuelle Rechtschreiblernen. 

Dass ich mit den Schülern immer mehr individuell arbeiten muss, war mir schon lange aufgefallen, die frühere klassische Dreiteilung (eine kleine Gruppe leistungsstarker Schüler, ein großes „Mittelfeld“, wenige leistungsschwache Schüler) gab es nicht mehr. In meiner Klasse saß inzwischen eine bunte Palette mit der Spannweite  von hochbegabt bis lernbehindert, Sprachauffällige, Verhaltensauffällige, vor allem auch Schüler mit wenig Deutschkenntnissen und ich merkte, dass ich mehr und mehr der „Individuallehrer“ wurde und sogar sein musste, weil die Kompetenz der Schüler so unterschiedlich war. Besonders auffällig war, dass einige Schüler schon beim Eintritt in die  1. Klasse schreiben, lesen oder rechnen konnten und andere noch nie einen Stift in der Hand hatten, schnell eine „Lese- und Schreib-Allergie“ entwickelten, nicht richtig sprechen konnten und wohl weitgehend mit Fernsehen beschäftigt worden waren bis hin zu Störungen der Motorik,  wobei sie sogar das richtige Treppensteigen lernen mussten. 

Mit Hilfe des vollkommen schlüssigen  Förderkonzeptes  der  Rechtschreibwerkstatt und  der passenden Materialien,  die mir das individuelle Arbeiten im Unterricht erleichterten und so erst ermöglichten, gelang es mir, den  Schülern, auch denen mit  Lese-Rechtschreibschwäche, eine angemessene Rechtschreibkompetenz  in der Grundschule zu vermitteln, auf die  sie in den weiterführenden Schulen erfolgreich aufbauen konnten, wie Rückmeldungen zeigten.  Der Erfolg gab mir recht. Auffallend war auch die große Motivation der Schüler,  an ihrem individuellen Rechtschreibproblem zu arbeiten. Von einer „Rechtschreibkatastrophe“ kann keine Rede sein.

Natürlich ist es  der  „Schulbuchlobby“  ein Dorn im Auge, dass  immer weniger Schulen ein Sprachbuch kaufen und dafür  die Materialien der Rechtschreibwerkstatt nutzen, die  eher der Vielfalt der Unterrichtsanforderungen entsprechen.  Sie sind auch besonders geeignet  im Hinblick auf das zukünftige inklusive Lernen.  

Schade, dass der Spiegelbericht den Verdienst  von Dipl. -Psych. Norbert Sommer-Stumpenhorst  durch das Erwähnen der  Bankkaufmannslehre bewusst schmälert. Warum wird nicht geschrieben, dass er als Schulpsychologe durch seine langjährige erfolgreiche Arbeit mit rechtschreibschwachen Kindern sein Konzept entwickelte? 

Kann es nicht so sein, dass die erwähnten Universitäten Münster und Freiburg, weil sie  eigene Rechtschreibkonzepte vermarkten,  „Konkurrenten“ schlecht reden wollen?

Es grüßt aus dem Saarland

Gisela

neuer Beitrag
 20.06.2013 17:20
 
 bearbeitet durch Norbert  am 20.06.2013 16:22:17

Sehr geehrter Herr Prof. Brügelmann,

dem Spiegel sei Dank. Nun wissen wir endlich wer Sie wirklich sind:

Sie sind ein Oberpädagoge – der selbst nie als Grundschullehrer gearbeitet hat. *) Man könnte auch sagen, dass Ihnen als Oberlehrer einfach die Erfahrung fehlt. Sie haben ja nie vor einer Klasse gestanden und wissen gar nicht, was aus Ihren abstrusen Ideen in der Praxis wird.

Sie wohnen also in einer kleinen Wohnung in einem Schlösschen auf dem Lande. Auf dem Bild sieht das „kleine“ Schlösschen ganz anders aus.(Ein schönes Bild übrigens. Toll, wie Sie so von oben herab gut beschirmt in die unendliche Ferne blicken.) Nun Sie haben ja auch mit Ihren Büchern genug Geld gemacht, um sich so ein Ambiente leisten zu können. Doch Ihnen wird es bald so gehen wie dem herunter gekommenen Schlösschen, dessen einstiger Glanz sich hinter Efeuranken nur noch erahnen lässt.

Und nun verbarrikadieren Sie sich hinter meterdicken Mauern, ein typischer Professor im Elfenbeinturm sind Sie also. Dazu noch ein Genießer und Luxusmensch obendrein, mit dem Weinregal neben dem Arbeitspult. Kurz: Savoir-vivre, Sie verstehen es mit Genuss zu leben.

Was mir neu ist, dass Sie ein alter Revoluzzer sind, der den Weg durch die Institutionen antrat, um hinterlistig – wie es damals bei den Anarchos üblich war – die Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben und sogar den Grundschulverband mit Ihren absurden Ideen zu okkupieren. So also haben Sie es geschafft, Türöffner für die neue Rechtschreibanarchie, zu werden. Und das alles nur, weil Sie damals von Ihrer Lehrerin eine Backpfeife bekommen haben. Den alte Sponti-Spruch „Macht kaputt was euch kaputt macht“ haben Sie nur allzu wörtlich genommen und so müssen die Kinder heute im Unterricht Ihr Kindheitstrauma ausbaden.

Schafft ab, was unsere Kinder kaputt macht !!! – So der Tenor des Spiegel-Artikels. Was für illustre Wege ein solcher Spontispruch einschlagen kann.

 

Sehr geehrter Herr Brügelmann,

ich hoffe sehr, dass Sie die bewusst unter die Gürtellinie zielenden und Stimmung machenden Beschreibungen in dem Spiegel-Artikel (Ausgabe 25/2013) mit angemessenem Humor betrachten.

Ich habe Sie nie als Oberlehrer erlebt und ihre differenzierte kritische Betrachtung schon früh schätzen gelernt. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ihr respektvoller Umgang mit Jürgen Reichen und seiner Lebensleistung, obwohl Sie in sehr wesentlichen Punkten eine völlig andere Auffassung vertreten.

Ihr Buch Kinder auf dem Wege zur Schrift war auch für mich ein wichtiger Denkanstoß. Beim ersten Lesen (1983/84) gab es viele Widersprüche, wie ich heute an meinen Randbemerkungen noch nachlesen kann. Aber genau das war für mich damals wichtig. Sie haben etwas in Bewegung gesetzt. Gewiss, dabei ist etwas anderes herausgekommen als Ihr Spracherfahrungsansatz. Wir sind also keineswegs einer Meinung, wie der Spiegelartikel glauben machen möchte. Ich habe einige Auffassungen korrigieren müssen. Vor allem, weil mich die Kinder oftmals eines Besseren belehrt haben.

Im Ziel hätten wir uns allerdings auch mit Jürgen Reichen recht schnell verständigen können: Es geht um einen respektvollen Umgang mit Kindern, um Toleranz und einer Anerkennung  der großen Leistung die Kinder beim Lernen vollbringen. Im Unterricht geht es darum, den Kindern individuelle Lernwege zu ermöglichen und gleichzeitig gemeinsam, miteinander und voneinander zu lernen. Das war es, was wir bei dem großen Pädagogen Jürgen Reichen erleben konnten, wenn wir ihn im Unterricht beobachten durften.

Von Kinder auf dem Weg zur Schrift bis zu Demokratische Grundschule und Ihren Schriften zur Inklusion haben Sie Anregungen und Denkanstöße für die Weiterentwicklung des Unterrichts gegeben. Wissenschaftliche Untersuchungen zu hinterfragen, einen kritischen Blick auf Benachteiligungen zu werfen, respektvoll und tolerant mit anderen Meinungen umgehen und komplizierte Sachverhalte verständlich zu beschreiben, das ist Ihre Kompetenz. „Ein Wegweiser muss nicht dahin gehen, wohin er zeigt.“ (Scherer ?)

Auch dreißig Jahre nach Kinder auf dem Weg zur Schrift müssen viele Kinder im Gleichschritt durch das ABC marschieren. Verlage reagieren mit gelben, blauen und grünen Reihen auf die Unterschiedlichkeit der Kinder und bieten Ergänzungsmappen Inklusion an. Mit alledem wird die Diskriminierung von den Förderschulen in die Klasse geholt. Sie sehen: Auch nach dreißig Jahren ist Ihr Buch hochaktuell und es gibt noch viel zu tun.

Ich wünsche mir, dass Ihr kritischer Blick uns in der Schule noch lange erhalten bleibt.

Herzlich

Norbert Sommer-Stumpenhorst

*) Originalzitate aus dem Spiegel-Artikel 25/2013 habe ich kursiv gesetzt.

neuer Beitrag
 21.06.2013 13:55
 

Sehr geehrte Frau Dr. med. Hackenbroch,

gelinde gesagt bin ich etwas erstaunt über Ihren Artikel im SPIEGEL und ihr Interview mit Herrn Jansen bei SPIEGEL-Online.

In Ihrem Subtext im Print-Artikel unterstellen Sie Herrn Sommer-Stumpenhorst („gelernter Bankkaufmann“) und Herrn Brügelmann  („der gelernte Jurist“), sie seien als Fachfremde wohl nicht in der Lage zu pädagogisch sinnvollen Konzepten zu gelangen. An meiner Anrede erkennen Sie vielleicht, dass ich solchen Argumentationen gegenüber nicht unempfindlich bin.

Im Ernst: Ist das Ihr journalistischer Stil? Es erinnert mich an die Methoden der Yellow Press. Unliebsamen Personen wird nicht sachlich argumentativ begegnet, sondern man stellt sie durch Subkontexte einfach mal an den Pranger. Sehr schön in diesem Zusammenhang auch das verwunschene Schloss und das Weinregal bei Herrn Brügelmann. Ein Schelm, wer nichts Böses dabei denkt.

Dass sich kritisch mit der Arbeit der Rechtschreibwerkstatt, mit dem Ansatz nach Jürgen Reichen oder den Arbeiten von Hans Brügelmann auseinandergesetzt wird, ist notwendig. Es handelt sich schließlich nicht um Heilslehren. Auch wenn Sie genau das unterstellen wollen. Die Begriffe  “Seelenverwandte, Gefolgsleute, Eiferer“ für Lehrer und andere Pädagogen würde ich eher in den Zusammenhang mit einer Sekte bringen.

Mir fehlt in Ihrem Artikel eine sachliche Auseinandersetzung mit der Materie. Daher frage ich mich: Was soll der ganze Artikel? Als jemand, der sich mit Rechtschreibunterricht seit Jahrzehnten auskennt, kann ich keine erkenntnisleitenden Motive erkennen. Das hätte ich aber von Redakteurinnen der Wissenschaftssparte des SPIEGELs erwartet.

Das bringt mich dann zu der Vermutung, dass es wohl doch nur um Auflage und Meinungsmache geht. Dass Sie verkaufen wollen ist an sich ja  nicht verwerflich. Jedoch erschreckt mich Ihre Methode.

Mal  abgesehen davon, dass Sie Frau Valtin falsch zitieren, so ist auch die ein oder andere Ihrer  Gewährspersonen durchaus fragwürdig. Und an dieser Stelle möchte ich auf Ihr Interview bei SPIEGEL-Online eingehen. Wenn ich in Ihrem Sprachmodus bleibe, könnte ich Herrn Jansen vielleicht als ‚Jünger‘ bezeichnen.  Als Jünger wovon ist dabei allerdings schwierig zu klassifizieren. Auf seiner Homepage neigt er zu interessanten Rundumschlägen. Zitiert er in Ihrem Interview fleißig die Neurowissenschaften, „Hirnforscher wissen: Richtig Schreiben lernen wir ähnlich wie Geigespielen oder Hochsprung. Man weiß: Wenn sich dabei gewisse falsche Routinen einmal entwickelt haben, sind sie kaum wieder abzutrainieren“,so verdammt er sie gleichzeitig auf seiner Homepage: „ 'Neurodidaktik' als Mogelpackung - Neuro-Mythen machen Schule“.

Ja, was denn nun, mag man sich da fragen. Und wenn es dann gar nicht mehr anders geht, schwingt man eben mal schnell die Nazi-Keule:

Jahrgangsübergreifender Unterricht (JÜL/FLEX) - Ist die marode Schule von heute mit Pädagogik aus der NS-Zeit zu retten?

Ich glaube, diese Beispiele reichen doch wohl, um zu zeigen, wen Sie sich hier ‚zu Rate‘ gezogen haben. Warum fragen Sie nicht gleich am Stammtisch in der  Eckkneipe nach? Schließlich ist jeder einmal in der Schule  gewesen – mithin Experte.

Was mich an Ihrer Schreibe so erschreckt, ist die Frage die sich mir beim Lesen gestellt hat:

Sind so alle Artikel des SPIEGELs geplant und recherchiert? Dann gute Nacht!

Ach übrigens, um noch etwas Sachliches mit einzubringen: Ich arbeite seit vielen Jahren erfolgreich – ich erspare Ihnen jetzt mal meine Meriten - mit den Methoden der Rechtschreibwerkstatt und weiteren zeitgemäßen Arbeitsformen. Die Rückmeldungen der Eltern, der weiterführenden Schulen und der Kinder selbst - auch wenn diese bei Ihnen nichts zu sagen haben  - sind durchweg positiv. Dabei habe ich meine Arbeit in der Schule immer kritisch begleitet und mich dabei selbst als Lehrer weiterentwickelt. Und genau darum geht es. Mit Schubladendenken, Pauschalisierungen und Vergleichen, das ja früher alles besser gewesen sei, kommt man kein Stück weiter, wenn man sich den Anforderungen von heute stellen will.

 

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Weger

neuer Beitrag
 23.06.2013 22:12
 

Hallo Frau Bredow, hallo Frau Hackenbroch,

mit aufkommender Fassungslosigkeit habe ich Ihren Artikel bis zum bitteren Ende gelesen. An der Aussage, dass ein Zweitklässler früher das Wort "Geburtstag" gefälligst richtig zu schreiben hatte, hätte ich aufhören sollen zu lesen, weil mir klar wurde, dass Sie sich weder mit dem grundlegenden Stand der Wissenschaft noch mit dem Alltagsgeschäft in Grundschulen auseinander gesetzt haben.

Seit 15 Jahren erfordert meine Arbeit als Grundschullehrer in allen Fächern eine möglichst differenzierte Unterrichtsvorbereitung und -durchführung. An keiner Stelle erreichen Sie die Kinder von heute noch mit einem Unterricht im Gleichschritt ohne Einzelne massiv zu überfordern (könnten Sie dies bitte in Ihre Überlegungen zu den Ursachen der "Legasthenie" einbeziehen!) und Andere unnötig zu unterfordern. Ein Blick in ein Klassenzimmer, ein Blick in eine Klasse gar, deren  Lehrerinnen oder Lehrer nach dem von Ihnen kritisierten Konzept der Rechtschreibwerkstatt arbeiten, hätte Ihnen die Entwicklungsspanne (auch) im Lernbereich Rechtschreiben sichtbar werden lassen können.
Seit 15 Jahren arbeite ich an verschiedenen Schulen nach dem Konzept der RECHTSCHREIBWERKSTATT. Dabei stehen die von Ihnen richtig beschriebene notwendige regelmäßige Lernstandsanalyse sowie das systematische, regelmäßige ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN in ganz engem Zusammenhang. Kinder lernen sich anzustrengen, sich Erfolge zu erarbeiten und bekommen dabei die Hilfen, die sie persönlich weiterbringen. Das Wort "Individualisierung" ist kein Modewort, sondern tägliche Notwendigkeit in einem sich verändernden Berufsbild. Auch auf dem Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft, die auch einen inklusiveren Unterricht erfordert (oder gibt es dann die Fibel-Lernkinder und die "Anderen"?) halte ich Ihren Artikel für schädlich und einen Schlag ins Gesicht all der Kolleginnen und Kollegen, die mit hohem zeitlichen Aufwand den Unterricht an die Bedürfnisse Ihrer Schülerinnen und Schüler anzupassen versuchen!
In krassem Gegensatz zu Ihnen würde ich mich freuen, wenn mehr Schulen stärker individualisieren würden. Dies ist aber in meinem beruflichen Umfeld überhaupt nicht der Fall! Die Schulen halten sich an die von Ihnen empfohlenen Fibellehrgänge (allerdings meist ohne das Lernwort „Geburtstag“) und damit ist Ihre Grundannahme völlig falsch, dass einzelne Schulen, die Teile des (Rechtschreib-) Unterrichts anders, differenzierter anlegen, dafür verantwortlich sind, dass die Rechtschreibleistungen in den letzten Jahren sich insgesamt verschlechtert haben. So viele Schulen, die gleichschrittig mit einer Fibel arbeiten und diese verheerenden Ergebnissen? Diese Fragehaltung hätte interessant werden können!
Mich würde zudem  interessieren, auf welcher Grundlage Sie ehemalige Grundschullehrer oder gar ehemalige Grundschullehrer plus Fachleiter plus eigene Website (natürlich ganz ohne eigene Interessen!) in den Expertenstand heben können! Woran unterscheiden Sie die, die es wirklich können und die, die sich der "unterlassenen Hilfeleistung" schuldig machen? 

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Reinermann

neuer Beitrag
 24.06.2013 18:33
 
 bearbeitet durch Christian71  am 25.06.2013 17:43:37

Sehr geehrte Frau Hackenbroch,

mit großer Bestürzung habe ich Ihren unzumutbaren Artikel über den Rechtschreibunterricht in deutschen Schulen gelesen.
Plakativ und absolut unseriös werden hier punktuelle Erfahrungen als wissenschaftliche Tatsachen präsentiert. Ich möchte gar nicht auf das billige Bild-Zeitungs-Niveau eingehen mit dem Herr Brügelmann und Herr Sommer-Stumpenhorst diffamiert werden. Ich bin sogar froh darüber, da es dem Leser sofort zeigt, dass es sich hier um Propaganda und nicht um seriösen Journalismus handelt.

Einige Punkte möchte ich aber dennoch ansprechen, die zeigen, wir einseitig hier berichtet wird.

Unter dem Vorwand, dass Sie für den Spiegel einen Artikel schreiben wollen, der einen Überblick über die gängigen Rechtschreibmethoden im Grundschulunterricht gibt, haben Sie bei einer Rechtschreibwerkstattstunde in meiner Klasse hospitiert und mich anschließend interviewt. In dem Interview spiegelten Sie mir, wie beeindruckt Sie davon waren, wie intensiv und gewissenhaft die Kinder in der Klasse an den Rechtschreibphänomenen individuell übten.
Als ich Ihnen im weiteren Gespräch verdeutlichen wollte, wie wichtig es ist, dass die Kinder zunächst tragfähige Grundlagen auf der Lautebene erwerben, bevor sie an weiteren Rechtschreibphänomenen üben, sagten Sie zu mir, dass das ja inzwischen wissenschaftlicher Grundkonsens sei, und dass Sie das genauso sehen. Sie berichteten sogar, dass Sie von allen Bundesländern die Lehrpläne angefordert hatten und dass jetzt sogar Bayern die besondere Bedeutung der Lautebene im Rechtschreibprozess im Lehrplan verankert hätte.

Heute weiß ich, dass Sie mir lediglich Honig um den Bart schmieren wollten, um weitere Informationen zu bekommen, die sie dann einseitig darstellen können. Daher möchte ich auch nicht weiter auf die völlig falschen Darstellungen der Methoden von Herrn Brüggelmann und der Rechtschreibwerkstatt nach Herrn Sommer-Stumpenhorst eingehen. Beide Methoden unterscheiden sich nämlich in vielen Aspekten voneinander und auch von Herrn Reichens „Lesen durch Schreiben“.

Ein Beispiel für die plakative unseriöse Darstellung von sogenannten „Fakten“ ist der bildliche „Vergleich“ der Kinderdiktate von 1977 und 2013: Sie haben einen Ausschnitt aus einem Diagnosediktat abgedruckt, den ein Zweitklässler in meiner Klasse geschrieben hat. Als Gegenbeispiel wird ein Diktat von einem Kind von 1977 abgedruckt. Hier wird unreflektiert der Eindruck erweckt, dass die Kinder früher besser schreiben konnten.
Was Sie nicht schreiben: Früher wurden meist geübte Diktate geschrieben, in denen die Kinder oft mehr als eine Woche den Text vorwärts und rückwärts geübt haben. Bei dem Diagnosediktat handelt es sich um ein ungeübtes Diagnoseinstrument. Diese beiden Formen lassen sich also überhaupt nicht vergleichen. Außerdem ist die punktuelle Darstellung eines Diktates als Beleg für den Schreibverfall unseriös, wenn dies nicht weiter belegt wird. Ich hatte Ihnen einige Beispiele aus Diagnosediktaten gesendet. Warum haben Sie nicht den Text des Schülers abgedruckt, der schon im 2. Schuljahr mit der Rechtschreibwerkstatt nahezu fehlerfrei schreibt.

(Ausschnitt eines Diagnosediktates aus einer 2.Klasse 2013 - Das Wort "Laufschuhe" hat das Kind selbstständig unter dem Text verbessert bevor es abgegeben hat.)

Als Alternative für einen Text von früher sende ich Ihnen ein Diktatauszug eines Viertklässlers aus dem Jahr 1982.Dieser Auszug zeigt nicht nur auf, dass die Kinder früher nicht alle besser geschrieben haben, sondern an dem Lehrerkommentar kann man auch ablesen, dass diesem Kind keine sinnvolle Hilfe angeboten wurde, sondern nur Herabwürdigung. Nebenbei: Dieses Kind hat die Rechtschreibung im weiteren schulischen Verlauf gelernt, Abitur gemacht, studiert und ist heute sehr erfolgreich in seinem Beruf.

 

(Ausschitt eines Diktates aus einer 4. Klasse, 1982)

Bisher habe ich gern Artikel im Spiegel gelesen und fühlte mich dabei informiert. Nun bekomme ich ein sehr mulmiges Gefühl, wenn ich bedenke, dass andere Artikel evtl. ähnlich schlecht recherchiert sind und die Sachlagen genauso einseitig und teilweise falsch dargestellt wird.

Ich bedanke mich jedoch für den tiefen Einblick in den Journalismus, wie er beim Spiegel scheinbar heute betrieben wird.

Christian Kaiser

neuer Beitrag
 24.06.2013 23:44
 
 bearbeitet durch sost  am 24.06.2013 22:51:02

Hier einige Reaktionen zum Spiegel-Artikel:

Die Replik von Hans Brügelmann zum Spiegelartikel ist im Berliner Tagesspiegel zu finden.

Ein Pressemitteilung des Grundschulverbandes findet ihr auf der Internetseite des Verbandes. Dort kann auch eine umfangreiche Stellungnahme heruntergeladen werden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen decken sich die Aussagen in dieser Stellungnahme mit denen, die im Konzept der Rechtschreibwerkstatt vertreten werden.

Im Spiegel von heute sind verschiedene Leserbriefe zum Spiegel-Artikel 25/2012 abgedruckt. Ihr findet diese hier.

Viele Grüße

Norbert

neuer Beitrag
 29.06.2013 14:11
 
 bearbeitet durch RH  am 29.06.2013 13:13:13

Warum meine Kinder endlich richtig schreiben lernen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Leser,

auf den Spiegelartikel will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Hier schreibe ich als Mutter zweier Kinder, denen ihre "Schlechtschreibung" jahrelang vorgehalten wurde.

Ich habe bereits vor einem Jahr schon einmal hier im Forum über die positiven Erfahrungen meiner Tochter berichtet, die als ältere Schülerin (damals 7. Klasse) mit den Methoden der Rechtschreibwerkstatt, vor allem durch die systematische Fehleranalyse und Korrekturtechniken ihre Rechtschreibleistung innerhalb weniger Wochen deutlich verbessert hat. Sie will im kommenden Schuljahr Deutschleistungskurs wählen. Mein Sohn, dem man bis vor kurzem eine "Legasthenie" bescheinigen wollte, hat diese Woche die beste Deutscharbeit der Klasse (7. Klasse Gymnasium) geschrieben. Auch er hat  mittlerweile gelernt, auf seine "Stolperstellen" in den einzelnen Lernbereichen bewusster zu achten und, sofern er die notwendige Zeit zur Verfügung gestellt bekommt, konsequenter zu korrigieren. Wer möchte, kann gerne die Klassenarbeitshefte und die entsprechenden Kommentare der Deutschlehrer und -lehrerinnen einmal einsehen.

Lieber Norbert, liebe Kollegen und Kolleginnen,

ich nutze diese Stelle um einfach einmal DANKE zu sagen. Für mich als Lehrerin und für meine eigenen Kinder sind die Erkenntnisse, Methoden und Materialien der Rechtschreibwerkstatt ein großer beruflicher und persönlicher Gewinn. Ich konnte mich mit meiner Entscheidung mit den Methoden und Materialien der Rechtschreibwerkstatt meinen Rechtschreibunterricht zu gestalten als sehr wirksam erleben.Übrigens auch durch  VERA bestätigt. Meine Kinder können sich über die Auseinandersetzung mit ihren "Rechtschreibschwierigkeiten" in den einzelnen Lernbereichen als selbstwirksam und kompetent erfahren. Was dies für die allgemeine schulische Motivation bedeutet, brauche ich wohl an dieser Stelle nicht weiter auszuführen.

Liebe Grüße

Regina

vorherige vorherige
 
Nächste Nächste
ForumForumUnterrichtUnterrichtDies und dasDies und dasSpiegel Nr. 25Spiegel Nr. 25

RSS nutzen     Modulinhalt drucken    
Meist gelesene Beiträge minimieren
Bislang wurden 7408 Beitäge in 2051 Diskussionen erstellt.
Die meist gelesene Diskussion war Scheinwörter - unikale Morpheme
Die lebhafteste Diskussion war I-Dötzchen bzw. I-Männchen
  Modulinhalt drucken    
aktivste Benutzer minimieren
Die aktivsten Benutzer in unserem Forum sind:

BenutzerBeiträge
Norbert 933
ANNEK 737
Gerd_Kruetzmann 365
anonymous 349
Gabi 341
Graf_Ortho 296
Tommy43 274
jenny 213
CV 161
sost 153
rs.admin 97
Wolf1964 95
Ulliw 82
Birgit 77
borkum 68
   
© 1998-2017 N. Sommer-Stumpenhorst   Nutzungsbedingungen  Datenschutzerklärung