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neuer Beitrag
 08.09.2013 16:00
 

Lieber Norbert,

warum hat P. May in seiner Untersuchung die Großschreibung von seinen Kontrollwörtern nicht mit ausgewertet? (Ich kann mich genau erinnern, dich das schon mal in einer Fobi gefragt zu haben, weiß aber die Antwort nicht mehr ...

 

Kannst du sie mir bitte noch einmal geben?

 

Mit herzlichen Grüßen

 

ANNEK

neuer Beitrag
 12.09.2013 21:05
 
 bearbeitet durch Norbert  am 12.09.2013 21:06:55

Liebe Anne,

Peter May orientiert sich bei seinen Untersuchungen an denFehlerkategorien, die er auch den von ihm entwickelten Testverfahren, der Hamburger Schreibprobe, zugrunde legt. In der HSP werden die Verschreibungen in folgende Kategorien eingeteilt:

1.    Grapheme

Hier werden Verschreibungen auf der Lautebene, also nicht korrekte regelhafte Laut-Buchstaben-Zuordnungen erfasst. Jedes einzelne Graphem wird erfasst.

In dieser Kategorie wird die Groß-/Kleinschreibung nicht berücksichtigt.

2.    Rechtschreibstrategien

Hier werden die wichtigsten Verstöße gegen Rechtschreibprinzipien erfasst. Dieser Bereich ist unterteilt in:

a.    Alphabetische Strategie: vor allem Verstöße gegen die sprachliche Durchgliederung der Wörter

b.    Orthografische Strategie: nicht regelhafte Schreibungen (Orthographeme), wie z. B. Dehnungs-h, v anstelle von f

c.    Morphematische Strategie: alle Verschreibungen, die eine Berücksichtigung der Morpheme erfordern, z. B. Umlaute (a/ä), Auslautverhärtung, zerlegen der Wörter usw.

d.    Wortübergreifende Strategie: hierzu gehört die Wortart, Satzzeichen und Verschreibungen bei Wörtern, die sich nur aus dem Satzzusammenhang erschließen.

3.    Überflüssige Orthografische Elemente, z. B. Übergeneralisierungen

4.    Oberzeichen: vor allem Verschreibungen, die früher als „Flüchtigkeitsfehler“ betrachtet wurden.

Peter May ordnet die Groß- und Kleinschreibung der wortübergreifenden Strategie zu, was für die Substantivierungen ja auch korrekt ist. Die Groß-, Kleinschreibung ist aus seiner Sicht nur aus dem Satzzusammenhang erklärbar. Da bei den Untersuchungen zur Entwicklung der wortbezogenen Schreibungen keine Satzzusammenhänge vorgegeben oder abgefragt wurden, blieb demgemäß auch die Groß-, Kleinschreibung unberücksichtigt.

Im Konzept der Rechtschreibwerkstatt sehen wir dies etwas anders. Wir ordnen bei den Nomen die Konkreta dem Lernbereich WA zu und führen hier zugleich die Verbindung von Adjektiv und Nomen ein. Dies greifen wir im Satzbereich als Strategie auf, um sämtliche Substantive in ihrem Kontextbezug korrekt bestimmen zu können.

Liebe Grüße

Norbert

neuer Beitrag
 13.09.2013 14:33
 

Lieber Norbert,

ah, der Knackpunkt war für mich, dass Peter May die Bestimmung der WA der wortübergreifenden Strategie zuordnet. Da das Wort Blätter tatsächlich kontextlos diktiert wurde, erklärt das natürlich, warum die Großschreibung herausfiel. 

Jetzt kann ich deine ausführliche Antwort viel besser einordnen und weiß einfach Bescheid. Auch ein gutes Gefühl.

 

Vielen Dank für die Aufklärung!

 

Mit herzlichen Grüßen

 

ANNEK

 

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